Neues aus der Fachschule

Projektwoche 2019: Arbeiten in der Natur als erlebnispädagogische Maßnahme für belastete Jugendliche

Leitung: Walter Laurenzi

Montag: 16.09.19

Wir starten die Woche mit einer Vorstellungsrunde in der Fachschule in Heidelberg, gefolgt von einem Infoblock zu den Inhalten des Projekts durch den Leiter Walter Laurenzi. Nach weiteren „Warm-ups“ rund um das Thema, starten wir mit unserer Bus- und Bahntour zur Rotlochhütte. Nach einer kurzen Einführung in die Situation des Waldes und die ,,Unkraut-Ernte-Technik“ legen wir los. Ziel ist es, den Wald von der Kermesbeere zu befreien.
Diese Neophyten breiten sich im Wald rapide aus und unterdrücken das Wachstum der anderen Pflanzen. Man erkennt sie an einem bleistiftförmigen, roten Stängel und hängenden Blättern. An manchen befinden sich kugelige Fruchtknoten, das sind fleischige abgeflachte schwarze Beeren durch die sich die Pflanze vermehrt. Das Wichtige ist die Wurzel (Rübe) zu entfernen und die Beeren nicht zu verbreiten.
Nach der erfolgreichen Säuberung der Lichtung, packen wir die Arbeitshandschuhe ein und machen uns auf den Heimweg.

Dienstag 17.09.2019

Wir trafen uns um 09:30 Uhr an der Rotlochhütte und starteten den Tag mit einer Aufwärmübung.
Nach dem Aufwärmen machten wir alle zusammen damit weiter, Kermesbeeren auszugraben und den Wald von dieser fiesen Pflanze zu befreien.
Danach gingen wir weiter zu den Kiefern und fingen an, diese zu entästen und den Wald von den Brombeersträuchern zu befreien. Als Werkzeuge hatten wir Sägen und Hippen.
Während der Mittagspause hatten ein paar von uns das Vergnügen, ein Wildschwein-Gehege zu betrachten, was sehr interessant war. Anschließend ging es mit voller Kraft weiter. Gegen 15 Uhr hatten wir die Aufgabe - mit viel Schweiß und Dornen in der Haut - beendet. Förster Krotz, der uns besuchte, dankte uns für unsere Arbeit und unser Engagement!

Mittwoch 18.09.2019

Am Mittwoch trafen wir uns im Ortskern von Leutershausen. Von dort aus ging es teilweise in Autos und teilweise im Anhänger sitzend in den Wald. Unsere Aufgaben bestanden darin, die Bäume mit grüner Markierung zu entasten und die Bäume mit rosa Markierung zu fällen. Das nötige Equipment wurde verteilt und somit konnten wir uns mit Handsägen, etwas größeren Sägen und Astscheren, sowie kleineren Macheten an die Arbeit machen.
Nach harter Arbeit und vielen gefällten Bäumen ging es im Anhänger weiter zu einer Hütte mit Grillplatz, die von Revierleiter Walter Pfefferle für auch für Jugend- und Kindercamps zur Verfügung gestellt wird. Dort haben wir am Feuer gemeinsam gegrillt. Die restliche Zeit stand zur freien Verfügung, so dass wir den Wald und die Umgebung voll und ganz genießen konnten

Donnerstag 19.09.2019

Am Donnerstag zeigte sich der goldene Herbst von seiner schönsten Seite. Bei morgendlicher Frische und Sonnenschein trafen wir uns im Ort Zwingenberg in Baden für unsere gemeinsame Wanderung. Noch mit Schlaf in den Augen wanderte die Gruppe entlang des Neckars nach Neckargerach. Dort angekommen konnten sich einige Projektteilnehmer beim örtlichen Supermarkt mit Proviant eindecken. Einer abenteuerlichen Tour durch die Margarethenschlucht stand nun nichts mehr im Weg. Die Schlucht frisst sich ca. 300m lang durch den Gickelberg. Die stufenförmigen Felsen, eingestürzte Bäume und das durch die Schlucht fließende Wasser machen diesen Ort zu einem märchenhaften Naturerlebnis. Auf dem engen und holprigen Weg der Margarethenschlucht, kamen einige Teilnehmer ins Schwitzen. Auch mussten manchmal eigene Grenzen und Ängste überwunden werden, um an der Spitze der Schlucht anzukommen. Am nun höchsten Punkt der Wanderung konnte man schöne Aussichten genießen. Über weite Felder machten wir uns wieder auf den Weg in den Wald. Nach einigen Kilometern bergab, konnten wir am kleinen Waldsee dann unsere Mittagspause einlegen. Auch, wenn erst ungefähr die Hälfte der Route geschafft war, zeigten wir uns schon etwas ermüdet. Doch die idyllische Kulisse und das mitgebrachte Proviant gab uns Kraft, um den zweiten Teil der Route anzugehen. Vom tiefsten Punkt aus ging es dann durch den durchwachsenen Wald zurück nach oben. Wieder erstreckten sich oben angekommen wunderschöne Sonnenblumenfelder. Die großen Feldbirnen erstrahlten golden und rot im Sonnenlicht der Nachmittagssonne. Die Projektgruppe zeigte großen Teamgeist bei der Unterstützung von erschöpften Gruppenmitgliedern. Vor dem letzten Abschnitt der Route machten wir Rast an einem Brunnen eines kleinen Dorfes. Die letzten Kilometer durch den Wald, merkte man, wie sich die Gruppe mehr und mehr auseinander zog. Einige liefen nun für sich alleine und genossen im Stillen die Klänge der Natur. Zum Abschluss der Route durchquerten wir nun bergabwärts die Wolfschlucht. Auch hier ging es über Stock, Stein und Wasser immer tiefer Richtung Zwingenberg. Stolz kamen wir dann im Ort an und gaben uns von den eigenen Knochen geschlagen. Erschöpft und doch voller Erinnerungen, machten wir uns dann glücklich auf den Heimweg.

Freitag, 20.09.2019

Vom Treffpunkt in Leutershausen sind wir an die Stelle gefahren, an der wir mittwochs gearbeitet haben. Wir haben die gefällten Bäume auf die Seite geräumt, um sie für den Förster vorzubereiten und den Weg freizumachen. Danach sind wir an eine Stelle gefahren, an der vor 3 Jahren eine andere Gruppe Linden gepflanzt hat, um sie von Brombeerbüschen und Gestrüpp zu befreien. Zum Abschluss haben wir dann unter Anleitung des Försters selbst 6 Bäume gepflanzt. Um diesen Stabilität zu geben, haben wir Pfosten platziert, an die wir die Bäume angebunden haben, um diesen Stabilität zu geben und das Wachsen zu ermöglichen. Abschließend haben wir die Woche in einem Reflexionsgespräch ausgewertet.

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