Neues aus der Fachschule

Projektwoche 2012: Zirkuspädagogik

In der Zirkusschule „Belissima“ in Speyer
 
„Jeder Mensch bringt genug Talent mit“ stand als Anregung am Anfang der Woche im Raum. Dies am eigenen Leib zu erfahren, dazu hatten die Teilnehmer viel Gelegenheit in dieser Woche. Durch die Ermutigung des Projektleiters Chris Murawski hatte am Ende der Woche tatsächlich jeder einen Bereich gefunden, der Begeisterung und Ehrgeiz geweckt hatte. Gruppenübungen und Spiele wechselten sich häufig ab mit Phasen, in denen selbstständig trainiert und ausprobiert werden konnte. Perfektions- und Leistungsdrang wurden immer wieder zurückgeschraubt, um die individuellen Zielsetzungen realisierbar zu halten.
 
Am ersten Tag stand Akrobatik auf dem Programm. Die Gruppe beschäftigte sich den ganzen Tag mit Bewegungselementen und Figuren, die von den Teilnehmern nachgestellt wurden. Spontane Ideen waren hier gefragt. Dabei merkte jeder recht schnell, wie wichtig es ist, Vertrauen in sich selbst und in die Trainingspartner zu haben oder aufzubauen. Körperliche Grenzen und Hemmnisse wie Angst, Unsicherheit, Ungeduld oder auch Übermut wurden hier für die ganze Gruppe und jeden einzelnen Teilnehmer unmittelbar spürbar. Wir erlebten, wie durch Zirkuspädagogik Motivation, Ehrgeiz und Selbstvertrauen gefördert werden können. Selbst einmal zu spüren, wie viel harte Arbeit und Disziplin hinter der Traumwelt stecken, die uns im Zirkus als Besucher in ihren Bann zieht, war überraschend anstrengend und respekteinflößend.
 
Jeder probierte alle Disziplinen einmal aus, um dann die persönlichen Favoriten für sich herauszufinden: Seiltanz, Rolla-Bolla, am Trapez zu Turnen, auf einer riesigen Kugel zu laufen, Jonglage mit Bällen, Tüchern, Keulen, dem Diabolo und Tellern auf Stäben. Einige konnten endlich einmal langersehnten Wünschen nachgehen wie Einrad fahren, Stelzen zu laufen, kopfüber am Trapez zu hängen oder ein Teil von einer gigantisch hohen Menschenpyramide zu sein.
 
Zwischendurch fanden immer wieder  themenbezogene Gruppenspiele statt. Tanz-, Entspannungs- und Dehnübungen mit Musik rundeten das Programm gut ab. Und wenn auch kaum ein Teilnehmer ohne kleinere Verletzungen oder mindestens starken Muskelkater durch die Woche ging, so konnte doch jeder für sich etwas fürs Leben mitnehmen.Den krönenden Abschluss bildete die Ausarbeitung einer theatralischen Performance, in der viele Elemente der Woche und jeder Teilnehmer mit mindestens einer Disziplin eingewoben wurde. Dieses Gesamtwerk, das gewollt unperfekt war,  wurde dann am Freitag in Heidelberg vors Publikum der Fachschule gebracht und erntete großen Applaus.
 
Anna Engel

 

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