Neues aus der Fachschule

Fünf Tage Sonnenschein!

Für manche begann das Abenteuer Hamburg damit, dass sie in Montag in Frankfurt den Zug verpassten und einen anderen Zug als geplant nehmen mussten. Das trübte keinesfalls die Vorfreude, denn die Nachzügler kamen durch eine bessere Verbindung schneller an als die anderen. Nach dem Einchecken und einer schnellen Dusche gingen wir gemeinsam in einen Park und genossen mit mitgebrachten Essen und Getränken den Abend. Manche gingen später noch an die Elbbrücken und in eine der unzähligen Hafenkneipen.

Am Dienstag hatten wir ein volles Programm. Morgens besuchten wir Basis und Woge, eine Anlaufstelle für männliche Prostituierte. Wir bekamen spannende Einblicke in ein uns bisher unbekanntes Arbeitsfeld und Milieu.
Am Nachmittag wurde die Klasse aufgeteilt, denn wir konnten zwischen zwei Einrichtungen wählen. Eine Gruppe ging zu Amnesty for Women e.V., eine Beratungsstelle und internationaler Treffpunkt für Frauen. Als Menschenrechtsorganisation hat sie sich zum Ziel gesetzt, Isolation Diskriminierung, Repression und Gewalt die Frauen wiederfahren, öffentlich zu machen und zu bekämpfen. Eine andere Gruppe besuchte die Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel. Ziel der Beratungsstelle ist es, von Frauenhandel betroffene Frauen und Mädchen bei Bedarf zu unterstützen, zu stabilisieren und sie über ihre Rechte zu informieren. Aus Sicherheitsgrünen findet die Beratung an sicheren Orten außerhalb der eigentlichen Beratungsstelle statt.
Am späten Nachmittag ging es dann zu „Gefangene helfen Jugendliche e.V.“, einer Beratungsstelle, die von einem ehemaligen Insassen der Haftanstalt Santa Fu gegründet wurde. Ihr Hauptziel ist es, strafbare Handlungen zu entglorifizieren und gefährdete Jugendliche mit dem harten und tristen Knastalltag, der ihnen bevorstehen könnte, zu konfrontieren. Bei unserem Besuch bekamen wir Einblicke in die persönliche Lebensgeschichte des Gründers und einen anschaulichen Überblick über das sehr differenzierte Angebotsspektrum der inzwischen sehr etablierten Einrichtung.
Nach diesem interessanten und auch anstrengenden Tag bot Hamburg viele Möglichkeiten den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
Am Mittwoch besuchten wir vormittags die Beratungsstelle KODROBS. Dort erhalten Suchtmittelgefährdete und Abhängige und deren Angehörige vielfältige Unterstützung im Umgang mit der Suchtmittelproblematik. Mit großer Erzählleidenschaft wurde uns dieses Arbeitsfeld nähergebracht und wichtige historische und politische Zusammenhänge erläutert.
Am Nachmittag stand die Stadttour auf unserem Programm. Zu Fuß, mit der Bahn und teilweise mit der Fähre ging es zu den Sehenswürdigkeiten der Hansestadt. Mit kurzweiligen Anekdoten und Geschichten wurden uns auch bisher uns unbekannte geschichtliche Zusammenhänge nähergebracht.
Am Donnerstag ging es zum ehrwürdigen Rauhen Haus. Wir bekamen einen interessanten Einblick in die vielfältigen Handlungsfelder des Hauses. Die Stiftung ist mit verschiedenen Einrichtungen, Wohngruppen und Stadtteilbüros im Raum Hamburg vertreten und betreut Kinder, Jugendliche und ihre Familien, alte Menschen, geistig Behinderte und psychisch Kranke.
Am Nachmittag haben wir uns dann wieder aufgeteilt. Es ging in die Fachberatungsstelle Prostitution Hamburg. Hier werden Frauen und Mädchen anonym und kostenfrei niedrigschwellig beraten. In einer freundlichen und offenen Umgebung können Frauen und Mädchen zu bestimmten Zeiten zusammenkommen und sich Unterstützung holen.
An unserem letzten Abend waren wir zusammen mit Herrn Thiele auf der Reeperbahn.
Mit eigenwilligen und etwas schrägen Tanzeinlagen wurde der Abend mit etlichen Prostrunden gefeiert – und wir gingen, die einen früher die andern später - zurück ins Hostel.
Der Freitagmorgen stand zur freien Verfügung. Während manche ausschliefen, gingen andere nochmals in die Stadt, um zu Schlemmern oder einzukaufen.
Zum Schluss wollen wir uns noch beim Herrn Thiele für die tolle Organisation und die schönen Stunden und neue Einblicken bedanken. Vielen Dank!

Caprice Nugent für den BK29a


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